Wie du die Wutanfälle deines Kindes gekonnt meisterst!

Wie du die Wutanfälle deines Kindes gekonnt meisterst!

Die Wutanfälle von deinem Kind bringen dich regelmäßig an deine Grenzen?

Ja, ich weiß, diese Momente können richtig anstrengend und herausfordernd sein! Manchmal musst du all deine Kraft aufbringen, dein Kind friedvoll dabei zu begleiten!

Und manchmal fragst du dich einfach nur “Herrgott, was soll ich denn jetzt noch tun, um mit dieser Wut von meinem Kind umzugehen!?”

Du bist damit nicht alleine. So geht es vielen Eltern. Auch wenn die wenigsten offen darüber sprechen.

Im heutigen Blogbeitrag geht es darum, was du tun kannst, wenn dein Kind einen Wutanfall hat. (Wenn du dich fragst, wie diese Wut eigentlich entsteht, dann schau mal hier in meinen letzten Blog-Artikel.)

Wenn dein Kind wütend ist, dann braucht es dich! Co-Regulation heißt das Zauberwort, wobei da wenig Zauber drin steckt. Sondern es geht vielmehr darum, dass dein Kind eine große Entwicklung durchmacht und lernt, mit seinen eigenen Gefühlen umzugehen. Ein Quantensprung in der Entwicklung, der viel Übung und Begleitung braucht!

Was übrigens nicht mit ein paar mal üben erledigt ist. Sondern dein Kind braucht viel Zeit – wir reden hier von mehreren Jahren. (Ja, ich höre dich innerlich säufzen 😉 )

Was wir oft im Alltag vergessen:

Du darfst dir bewusst machen, was für eine schier unfassbare Leistung das Gehirn deines Kindes in den ersten Lebensjahren vollbringt.

Unsere Kinder kommen als Babys auf die Welt. Lernen dann erstmal die ganze Palette der Motorik kennen. Gleichzeitig auch noch die Sprache vom Verstehen bis zum selber sprechen. Der Körper wächst stetig und oft fühlt sich alles von einem Tag auf den anderen ganz anders an.

Sie machen die Entwicklung durch, dass sie nicht mit uns Eltern verschmolzen sind, sondern ganz eigenständige Menschen. Die auch einen eigenen Willen haben.

Damit umgehen zu lernen ist eine große Herausforderung. Und dann wird dein Kind dabei auch noch von einer Unmenge an ganz neuen Gefühlen überflutet. Die es zu Handlungen veranlasst, vor denen es wahrscheinlich hinterher mindestens genauso erschrocken bist wie du.

Also alles in allem braucht dein Kind in seiner Entwicklung und den damit verbundenen Gefühlsausbrüchen gaaaanz viel Verständnis, Begleitung und Unterstützung!

1. Bleibe in deiner Ruhe und in deiner Kognition

Jaaa, ich weiß wie schwierig das manchmal ist! Ehrlich! Und gleichzeit ist es das A und O!

Denn wenn es bei deinem Kind emotional hoch hergeht, dann ist es umso wichtiger, dass du dich nicht mit hineinziehen lässt. Und du auf deine eigene Kognition zurückgreifen kannst, statt emotional mit einzusteigen.

Oft fühlen Eltern sich von dem Verhalten der Kinder angegriffen.

Dann ist es umso wichtiger, dass du dir klar machst, dass dein Kind nicht gegen dich handelt. Sondern ihm gerade schlichtweg andere Strategien fehlen, um sich anders zu verhalten!

Versuche in deiner Kognition zu bleiben und dich nicht in den Strudel aus Emotionen mitreißen zu lassen. 

Mantras, die du dir sagen kannst:

  • Mein Kind tut das nicht gegen mich, sondern für sich!
  • Wenn mein Kind könnte, würde es sich anders verhalten – es kann aber gerade nicht!
  • Wenn es mir mit der Situation gerade nicht gut geht – meinem Kind geht es vermutlich noch viel schlechter. Es braucht meine Hilfe!

UUND: Deine Freundin ist deine Atmung!

Wenn du merkst, dass das Verhalten und die Wut deines Kindes dich reizen und du kurz davor bist zu explodieren: Reguliere dich mit der Hilfe deiner Atmung!

Atme mehrere Sekunden tief durch die Nase ein – und dann lange durch den Mund aus, bis dein Körper wieder von alleine den nächsten Atemzug zum Einatmen macht! Das kannst du mehrmals hintereinander machen!

2. Versuche dich in dein Kind einzufühlen

Wichtig dabei: Du bleibst in deiner Kognition und kannst dich trotzdem empathisch in dein Kind einfühlen, ohne dich emotional mitreißen zu lassen!

Denke in Gefühlen und Bedürfnissen: Worum könnte es meinem Kind gerade gehen? Welche Bedürfnisse könnten dahinter stecken!

Wenn dir das noch etwas schwer fällt, dann schau mal hier: Ich biete genau dafür eine praktische Checkliste an. Kostet dich keinen Cent und ist mega hilfreich, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen!

3. Verbalisiere die Gefühle deines Kindes

Das nennt sich auch “spiegeln”. Du findest Worte für die Gefühle und Bedürfnisse deines Kindes. Das ermöglicht deinem Kind, viel über seine Gefühlswelt zu lernen. Und es fühlt sich verstanden. Manchmal braucht es aber auch keine großen Worte. Sondern deine Körpersprache, deine Mimik oder einfach nur still da sein reichen aus.

Manchmal verträgt dein Kind vielleicht auch gar keine körperliche Nähe oder möchte Zeit für sich alleine – auch das ist in Ordnung! Biete deinem Kind an, dass es jederzeit zu dir kommen kann und du für es da bist!

Vermeide diesen Fehler: Zu erwarten, dass sich die Emotionen deines Kindes durch das Spiegeln in Luft auflösen!

Leider wird das spiegeln bzw. emotinale Begleiten eines Wutanfalles nämlich oft missverstanden. Das ist keine Methode, mit der sich die Wut deines Kindes auf Knopfdruck plötzlich in Luft auflöst. Sondern Sinn und Zweck dahiner ist, dass dein Kind etwas über sich selbst lernt. Es geht nicht darum, dass es DIR dann hinterher besser geht. Sondern deinem Kind! Und das du dein Kind in seiner ganz normalen, natürlichen Entwicklung unterstützt!

Und manchmal dauert es einfach länger, bis die Emotionen wieder abgeebbt sind. Das ist zwar anstrengend. Aber ganz natürlich und in Ordnung!

Feel free to feel!

Sprich authentisch mit deinem Kind! Nee, dat ist kein Freifahrtschein, deinem Kind alles ungefiltert an den Kopf zu knallen. Sondern sprich in deiner Sprache.

Dein Kind spürt ganz genau, ob du nur auswendig gelernte Sätze, die du irgendwo gelesen hast, nach sprichst. Oder ob du dich gerade WIRKLICH in deine Kind einfühlst und das zum Ausdruck bringst!

4. Du hast alles versucht und trotzdem keinen blassen Schimmer. Du fragst dich: “Warum ist mein Kind gerade so wütend?”

 Dann darfst du natürlich genau das auch sagen: “Es tut mir leid. Ich weiß gerade nicht, was los ist und möchte es gerne verstehen! Kannst du mir bitte sagen, was dich so ärgert!” (Natürlich in deinen Worten weil es sonst nicht authentisch ist 😉 )

Vielleicht kann dein Kind dir antworten. Wenn nicht: Wir müssen es als Eltern nicht immer verstehen! Ja, auch wenn es sich für uns gut anfühlt. Weil wir dann eher in der Lage sind, nach einer Lösung zu suchen. Wenn wir das nicht können, kann es passieren, dass unser eigener Körper das als extrem unangenehm wahrnimmt. Weil Lösungen suggerieren Sicherheit. Und das fühlt sich einfach besser an, als wenn wir an dem Punkt nicht weiter kommen.

Dennoch ist auch das Teil von dem Prozess: Manchmal gibt es einfach keine (perfekte) Lösung! Dann darfst du das mit deinem Kind auch zusammen blöd finden! 

Ihr seid ein Team, keine Gegner!

5. Was du dir sparen kannst: Erklärungen

Ja, du sollst in deiner Kognition bleiben, damit du dich emotional nicht mit reinziehen lässt. Erwarte das jedoch bitte nicht im gleichen Zuge von deinem Kind! Denn dein Kind hat in seinem Gefühlssturm keine Möglichkeit, auf seine Kognition zurückzugreifen, sprich logisch zu denken und Argumente zu hören oder gar zu verstehen!

Lies dir meinen letzten Blogartikel durch, wenn du mehr wissen willst! Dein Kind ist einfach total in seinen Emotionen verhaftet. Da ist kein Platz für Erklärungen, z.B. das ihr das später machen könnt, weil Tante Erna gerade leider keine Zeit hat! Oder der Laden geschlossen ist, weil heute Sonntag ist.

Ja, das sind zwar Gründe. Aber die sind für dein Kind nicht hilfreich. Durch solche Argumente wird die Not höchstens größer. Damit bist du auf nem ganz anderen Boot unterwegs als dein Kind. Hüpfe an seine Seite und begleite seine Gefühle statt mit, für dich glasklaren Argumenten, seinen Wunsch zu entkräften!

6. “Hilfe, ich begleite doch – und jetzt tritt mein Kind mich. Ich verstehe die Welt nicht!”

Du willst dein Kind in seinem Gefühlssturm begleiten und dein Kind wechselt zwischen “Ich will in deine Arme” und “Ich will dich treten” hin und her?

Auch das ist sehr natürlich. Du bist der Fels in der Brandung für dein Kind! Bei dir kann es SEIN!

Nur kommen sich da einfach manchmal die Bedürfnisse gegenseitig in die Quere. Auf der einen Seite Autonomie, die eigenen Ziele zu erreichen. Andererseits die Verbundenheit zu dir und sich emotional auffangen zu lassen. 

Das kann dazu führen, dass dein Kind sich in deine Arme wirft und weint. Und im nächsten Moment wieder wütend auf dich einhaut – ja, anstrengend. Aber alles im grünen Bereich!

Hier nochmal der Reminder: Spiegeln und emotionale Begleitung sind keine Methode, damit dein Kind mit seinem Wutanfall aufhört!

7. Hä, ja und was ist mit mir? Du denkst dir “Mein Kind haut mich und was kann ich jetzt tun?”

Ja, du darfst für deine Grenzen einstehen! Ja, du musst es nicht geil finden, wenn dein Kind dich boxt oder deine Einrichtung demoliert!

Es gibt Eltern, die das gut aushalten, wenn das Kind sie wütend boxt. Das musst du aber nicht! Wenn du das nicht willst – dann darfst du das genau SO sagen!

Du darfst und manchmal musst du dich, andere Personen oder Gegenstände schützen!

Was natürlich nicht bedeutet, dass dein Kind dann automatisch damit aufhört – Thema Kognition – you know das jetzt 😉

Bevor du selbst wütend wirst, versuche unperfekte Lösungen!

Halte ein Kissen dazwischen. Nimm Abstand und atme durch! Du kannst auch sagen: Moment, ich muss mich kurz selbst erstmal beruhigen! Oder wenn möglich, bitte jemanden kurz zu übernehmen. Trinke was. Klopfe deine Arme ab! Setze dir körperliche Impulse, damit du im Hier und Jetzt bleibst! ATME!

Bevor du ätzend zu deinem Kind wirst: Leite deine Reaktionsimpulse um, indem du auf den Boden stampfst und mehr für dich als zu deinem Kind sagst “Boa, macht mich das gerade wütend!” Ja, es ist ein echt blödes Kackgefühl, sich so hilflos zu fühlen! Ich sehe dich!

Du musst nicht sing-sang-mäßig im Schneidersitz daneben sitzen und deine eigenen Gefühle verdrängen! Das unterdrücken eigener Gefühle ist der erste Schritt für destruktives Verhalten deinem Kind gegenüber.

Manchmal ist es ganz schön herausfordernd, mit deinen eigenen als “negativ” bewerteten Gefühlen umzugehen. Klar darfst du verärgert oder genervt sein. Wichtig ist dabei, dass du nicht dein Kind dafür verantwortlich machst. Und deinen Frust nicht an ihm auslässt! 

Die meisten von uns haben in ihrer Kindheit keine guten Strategien gelernt, um mit großen Gefühlen umzugehen. Meist weil sie verboten waren. Oder die Angst vor den daraus resultierenden Strafen zu groß war. 

Du darfst also liebevoll mit dir sein. Und Schritt für Schritt neue Wege für dich finden, um mit deinen Gefühlen und den Gefühlen deines Kindes umzugehen!

Versuche dir immer wieder die Mantras von oben ins Gedächtnis zu rufen – dein Kind handelt nicht aus Boswilligkeit! Sondern es hat gerade noch keine andere Strategie parat.

Dich bringt das Verhalten deines Kindes manchmal ganz schön auf die Palme? Dabei willst du viel lieber runter und in der Hängematte ne Kokosnuss schlürfen – mit Schirmchen?

  • Du wünschst dir so sehr, dass du das Verhalten von deinem Kind besser verstehen kannst? Du willst noch mehr an deinen Reaktionen deinem Kind gegenüber arbeiten? Damit du die Wutanfälle von deinem Kind gut begleiten kannst!
  • Du weißt, dass du da jetzt genauer hinschauen willst, damit du nicht mehr denkst: “Boa, nee die Wutanfälle von meinem Kind treiben mich in den Wahnsinn!” 

  • Du weißt, dass du die Veränderung bist für die Verbindung mit deinem Kind! Was für ein Gewinn – du brauchst auf nix hoffen oder warten! Du kannst jetzt einfach loslegen – deinen ersten Schritt gehen!

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Autonomiephase und Wutanfälle von Kindern verstehen

Autonomiephase und Wutanfälle von Kindern verstehen

Die Wut deines Kindes bringt dich auf die Palme? – Was du wissen musst, damit die Autonomiephase leichter zu ertragen ist!

Wenn kleine Kinder wütend werden, ist der Umgang mit diesen Gefühlen für Eltern nicht immer ganz einfach.

Du fragst dich: “Warum wird mein Kind eigentlich wegen so einer Kleinigkeit so wütend? Ich hab die Banane falsch geschält – echt jetzt?”

Jaaa, solche oder so ähnliche Situationen kennst du bestimmt auch 😉 Um zu verstehen, warum Kinder wegen “Kleinigkeiten” so wütend werden und warum solche Situationen (insbesondere in der Autonomiephase und auch danach) keine Kleinigkeiten sind, solltest du folgendes wissen:

  • Die Autonomiephase beginnt ab etwa einem Jahr:

Wobei das ist natürlich individuell ist. Manche Kinder beginnen mit 9 Monaten bereits sehr selbständig und willensstark zu werden. Andere warten mit diesem Entwicklungsschritt bis nach dem 1. Geburtstag.

Aber letztlich ist diese sogenannte Autonomiephase (die leider immer noch viel zu oft als Trotzphase abgetan wird) eine der wichtigsten Entwicklungsphasen überhaupt in der Menschwerdung. Ohne diese Phase zu durchlaufen, könnte kein Mensch als Erwachsener zurechtkommen – ist wirklich so!

Denn mit dem Beginn der Autonomiephase wird ein, bis ins Jugendalter voranschreitender Prozess eingeläutet. Es geht nämlich um nichts weniger als die emotionale Entwicklung eines Menschen. Konkret:

      • Gefühle erleben: Durch Situationen mit Gefühlen in Kontakt kommen.
      • Gefühle erkennen: Durch Begleitung einer erwachsenen Person Erfahrungen mit Gefühlen machen. “Ah, so fühlt sich Traurigkeit an”
      • Gefühle benennen: Worte dafür kennenlernen um langsam selbst in die Lage zu kommen, die eigenen Gefühle beim Namen zu nennen. “Ich weiß, dass das Trauer ist und kann das auch sagen”.
      • Gefühle integrieren: “Ich habe gute Erfahrungen gemacht, wie ich mit Gefühlen umgehen kann.”
      • Gefühle regulieren: “Ich weiß, dass ich gerade traurig und enttäuscht bin. Ich kann selbst beeinflussen, wie ich damit umgehe, ohne dass meine Emotionen mich total überwältigen.”

Letztlich begleitet uns dieser Prozess dann auch noch bis ins Erwachsenenalter. Denn wir werden im Leben immer wieder mit neuen Situationen und Gefühlen konfrontiert sein.

Der Grundstein, wie wir damit umgehen können und wie gut unser eigenes Gespür für unsere Gefühle und der Umgang damit ist, wird jedoch in der frühen Kindheit gelegt.

  • Die Gehirnentwicklung: Die emotionale Entwicklung passiert im Gehirn viel schneller als die kognitive Entwicklung.

Das Gehirn deines Kindes lebt sozusagen in Gefühlen. Und zwar ohne dass es diese Gefühle irgendwie selbst steuern oder regulieren kann. Sie sind einfach da. 

Und manchmal kann das ein richtiger Cocktail an Gefühlen sein: Trauer, Schmerz, Wut- alles auf einmal. Für dein Kind ist das ordentlich überflutend – und mega anstrengend by the way. Das wird oft vergessen, wenn wir Eltern uns so angestrengt davon fühlen. Für dein Kind ist es da noch viiiel mehr.

Und: Je jünger dein Kind ist, um so weniger Zugriff hat es auf seine “Kognition”. Also alles, was sich mit Vernunft und durch Verstehen erfassen lässt. Dazu gehören z.B. zeitliches Denken, Abfolgen bzw. Reihenfolgen, Logik…

Große Gefühle und fehlende Kognition können eine ziemlich explosive Mischung sein.

Einerseits eine Flut von Gefühlen, die dein Kind überwältigen und die es nicht mit Begriffen benennen kann (versuch mal im Urlaub in einer dir fremden Sprache zu erklären, dass du gerne eine grünen Hosenknopf haben möchtest. Und nein niemand spricht dort englisch 😉 So ungefähr fühlt sich das für dein Kind an, weil dein Kind noch keine Worte für seine Gefühle hat. Dafür braucht es dich und viel Übung.

Andererseits hat dein Kind keine Möglichkeit beispielsweise zu denken “Ah, warte mal. Die Banane ist jetzt komisch geschält. Da liegt noch eine, die schmeckt genau so. Dann esse ich halt diese.”

Stattdessen explodiert dein Kind und eure Welt steht Kopf.

  • Was passiert also konkret, wenn dein Kind wütend wird?

Nehmen wir mal an, dein Kind hat ne tolle Idee. Ja, das wird in der Autonomiephase immer und immer wieder vorkommen – es geht schließlich darum, dass dein Kind autonom, also selbständig wird. Es entdeckt sich als eigenständiger Menschen mit eigenen hyper-tollen super krassen Ideen, die es natürlich umsetzen will. 

DENN: Dein Kind hat aufgrund der fehlenden bzw. wenigen Kognition keine Möglichkeit, von seinem Plan abzurücken und umzuplanen. Weil dafür wäre z.B. zeitliches Denken nötig. “Ok, geht grad nicht. Machen wir dann später.”

Sagen wir mal: Es will genau jetzt einen Kuchen backen!

“Wenn du nun jedoch sowas sagst wie “Nein, das klappt jetzt gerade nicht. Das können wir am Nachmittag machen”, dann ist dein Kind urplötzlich in großer Not.

Das Dilemma: Zwei unterschiedliche Interessen oder Bedürfnisse prallen aufeinander.

Der Plan den dein Kind hat geht nicht auf. Es kann nicht umplanen. Es fühlt sich ohnmächtig und seine eigene kleine Welt bricht gerade völlig in sich zusammen. 

Dann kommen die Emotionen hinzu z.B. die Trauer und der Schmerz, dass es jetzt seinen Plan nicht in die Tat umsetzen kann. Und dein Kind fühlt sich wie gefangen in diesem Schmerz. Wird davon komplett überflutet und es geht: Nichts mehr! Rein garnichts! Totaler Error!

Oft ist es dann so, dass dein Kind zu allem – egal was du anbietest – einfach nur noch “Nein!!” sagen kann. Egal wie verlockend deine Idee ist. 

Denn, wie oben geschrieben: Keine Möglichkeit umzuplanen heißt dann einfach: “Nein zu allem!”

Die Reaktionen fallen da je nach Temperament unterschiedlich aus. Von weinen, schreien, sich auf den Boden werfen, um sich schlagen, auf dich losgehen bis hin zu Dinge zerstören, … das ist alles im absoluten Normalbereich für Kinder, die von ihren Gefühlen überflutet sind! 

Auch wenn es echt anstrengend und herausfordernd sein kann, solche Wutanfälle beziehungsorientiert und in Verbindung zu begleiten.

Leider wird dieses ganz normale und natürlich Verhalten von Kindern, trotz mittlerweile weit verbreitetem Wissen über die Autonomiephase, als Trotz wahrgenommen.

Den Kindern wird unterstellt, sie tun das mit Absicht. Um zu manipulieren und zu tyrannisieren. Um ihren Willen durchzuboxen und den Erwachsenen auf der Nase herum zu tanzen! Was natürlich absoluter Quatsch ist!!

Diese Phase gehört zum Bauplan der Natur dazu. Kein Baby kommt auf die Welt, um schon total gechillt mit nem Jahr zu sagen: “Ey Mama, du Papa, kommt grad nicht so cool, dass wir jetzt vom Spielplatz heim müssen. Ich hab grad so viel Spaß und bin total traurig, wenn ich jetzt mitkommen muss!” Stell sich das mal einer vor!

Also nein, haut so nicht hin. Auch wenn es echt verdammt anstrengend sein kann – I feel you soooo much!! Durch die Autonomiephase musst du mit deinem Kind durch. Die Ausprägung, wie doll euch diese Phase durchrüttelt, hängt von der Persönlichkeit deines Kindes ab (und natürlich auch von deiner 😉

Aber musst du jetzt befürchten, dass dein Kind zum unsozialen Tyrannenkind wird? Musst du dein Kind nicht dazu erziehen, dass es nicht ständig seinen Willen haben kann? 

Für diesen Artikel halte ich es kurz: Zweimal Nö 😉 Du darfst da sein für dein Kind. Ohne in seinem Verhalten etwas Böses zu sehen, das richtig hinerzogen werden muss. Sondern du darfst die Not, in der es gerade ist begleiten.

Du willst dazu noch mehr wissen?

Wie du dich verhalten sollst, wenn dein Kind so außer sich ist? Und wie du mit der Autonomiephase entspannter umgehen kannst?

Darum wird es im nächsten Blog-Beitrag gehen! Trage dich am Besten unten in meinen Newsletter ein und der Artikel kommt ganz automatisch in dein Postfach geschwebt.

Dich bringt das Verhalten deines Kindes manchmal ganz schön auf die Palme? Dabei willst du viel lieber runter und in der Hängematte ne Kokosnuss schlürfen – mit Schirmchen?

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